Wirpitschsee im Lungau
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10 Tipps für ein Wochenende im Lungau

Warum wir uns in den Lungau verliebt haben

Noch vor ein paar Jährchen haben wir uns gewundert, warum de Deitschn nächtelang Auto fahren, um ihre kostbaren Urlaubstage da zu verschwenden, wo wir wohnen. Jetzt sind wir genau gleich. Nur, dass wir in eineinhalb Stunden am Ziel sind. Letztens war das der Lungau. Und auf Reisen haben wir zehn Tipps für euch, wie ihr euch ein Low-Budget-Outdoor-Wochenende machen könnt.

#1 Die Longa erleben. DIE LONGA ERLEBEN!

Wie kann ein einziger Fluß SO schön sein? Die Longa schlängelt sich durchs Weißpriachtal und tut das, was sie am besten kann: unfassbar smaragdgrün sein. Der Grund für die klare Farbe ist, hat man uns zumindest erzählt, der Kalkgehalt des Lungauer Wassers. I long(a) for more. Ausgangspunkt für die Wanderung an der Longa ist das hintere Weißpriachtal, von wo es sanft und wenig anstrengend bergauf geht. Pflicht!

#2 Beim Dreiländerwirt übernachten

Ihr wollt das ultimative Lungau-Erlebnis? Bitte quartiert euch beim Dreiländerwirt ein. Die beiden Exil-Niederländer Bettina und Mark haben in mühsamer Arbeit zwei alte Bauernhäuser in Lessach zu wunderschönen Appartments umgebaut. Wenn man noch nicht dort war, kann man sich die Schönheit und Detail-Verliebtheit des Werkes schwer vorstellen. Der Preis ist extrem ok! Tipp: Der Dreiländerwirt ist ideal für Familienfeiern oder Freundesgruppen. Bis zu 16 Personen kommen hier in einem Appartment unter – und zu jedem Zimmer gibt es ein eigenes Badezimmer, damit man klotechnisch trotzdem seine Ruhe hat. Jackpot!

Preis pro Person/Nacht: ca. 30 Euro

#3 Zum Wirtpitschsee wandern

Wandern bedeutet für alle etwas anderes. Die einen meinen einen rollatorfähigen Seerundgang, die anderen eine lebensmüde Alpenüberquerung. Im Lungau bedeutet Wandern: leichte Anstrengung über malerische Hochplateaus mit schönen Zielen. Ein solches Ziel ist der Wirpitschsee im Weißpriachtal. Unser Tipp: Obwohl der Parkplatz P5 (bei der Uhlalm) verführerisch nah zum Bergsee liegt, raten wir euch: Parkt das Auto am Startpunkt vom “Pilzweg” und genießt die Wanderung entlang der Longa durch das Tal. Von hier aus braucht ihr bis zum Wirpitschsee und wieder retour ca. 3-6 Stunden, je nachdem, wie nahe ihr konditionell am Rollator gepolt seid.

#4 Beim Löckerwirt zu Abend essen

Der Löckerwirt ist der Sankt Margarethener Dorfwirt. Das bedeutet gute Hausmannskost. Mit einem Unterschied zu anderen Lokalen: Die Hausdame kennt sich mit Kräutern aus und heißt noch dazu Flora. Deswegen gibt es neben Schnitzi & Co. auch Kräutersuppen und selbstgemacht Sirupe. Unser Tipp: Nach dem Kräuteresel Jonas fragen. Because adorable.

#5 Eine Runde um den Prebersee spazieren

Der Prebersee ist speziell. Salzburger*innen wird die Legende des Preberseeschießens vielleicht ein Begriff sein. Nein? Ok, die geht so: Schütz*innen stellen sich auf der einen Seite des Sees auf, die Zielscheiben hängen auf der anderen Seite. Im See spiegeln sich die Zielscheiben. Der oder die Schütz*in zielt nicht auf die Scheibe selbst, sondern auf die Spiegelung im Wasser. Durch die spezielle Oberflächenspannung des Sees prallen die Kugeln auf der Wasseroberfläche ab und treffen die Zielscheibe. Sollte man sich beizeiten einmal live ansehen.

#6 Den Almwanderweg im Riedingtal abspazieren

Jo meeeei, es is so sche! Der Almwanderweg im Riedingtal führt vorbei an zahlreichen Almhütten bis zu einem Fluss, über den eine Sitzbank gebaut wurde und auf der man noch weiter ins Tal blicken kann. Gleich daneben fidnet man eine bewirtete Hütte, die genau richtig ist für eine kleine Pause ist. Das Coole am Riedingtal ist, dass man hier die volle Wahl hat: entweder man macht die gemütliche Familienwanderung von Almhütte zu Almhütte (geht sogar mit Kinderwagen). Oder man macht die gemütliche Familienwanderung und sauft bei jeder Hütte ein Seiterl (besser nicht mit Kinderwagen), oder man geht richtig Bergsteigen und macht sich auf den Weg zur Franz-Fischer-Hütte (ca. 2 Stunden), zum Mosermandl (ca. 6 Stunden und immerhin ein 2.680 m Güpfi) oder man macht eine wunderschöne Überquerung zum Tappenkarsee im Pongau.

#7 Käse verkosten im Lungau

Im Lungau gibt es den Günther Naynar. Er hält nix von der übertriebenen Schnelllebigkeit und rührt seinen Ziegenkäse immer noch brav per Hand. Genau diese Ruhe schmeckt man in den herrlichen Milchprodukten, vom Jogurt bis zum Käse. Unbedingt beim Hof vorbeischauen und verkosten. Slow Food vom Feinsten!

#8 Das beste Essen der Welt essen

Wir haben uns ehrlicherweise gedacht: Ja, das Mesnerhaus in Mauterndorf – davon haben wir schon gehört. Also sind wir hingegangen. Das Essen ist SEN.SAT.ION.ELL. Vor allem die Nachspeise des 6-Gang-Menüs hat es uns so richtig angetan. Dass diesen Oberliga-Betrieb nur drei Leute schupfen, hat uns in Staunen versetzt – kurz bevor wir ins Foodkoma gefallen sind. Absolut empfehlenswert! Aber Achtung: Die Menüs sind nichts für kleine Geldbeutel. Pro Menü brappt man (ohne Getränke) um die 90 Euro. Wir haben den Rest des Aufenthaltes dann nur mehr Butterbrot gegessen. Aber das war’s wert!

#9 Backen mit Christina

Christina ist die backende, bloggende Bäuerin aus dem Lungau. Von ihr kann man so einiges lernen. Zum Beispiel, wie man mit Anfang 30 zwei Kinder aufzieht, eine Ehe und einen Bauernhof führt und ganz nebenbei ein Imperium aufbaut. Oder ganz einfach, wie man Brot backen lernt. In Tamsweg hat sie ein eigenes Kochstudio, in dem sie Brot-Freund*innen ihre Geheimnisse verrät.

#10 Mühltaler-Bier trinken

Wir lieben unser Mühltaler-Bier. Der gscheide Kopf dahinter ist Christian Mauser, den wir alle kennen und lieben. Mit seinen Anfang 20 hat er die Biermarke seines Urgroßvaters wieder aufleben lassen und dem Lungau wieder sein eigenes Bier geschenkt. Schmecken tut es sowieso!

Unser Tipp:

Wenn ihr eigentlich kein Geld für Urlaub habt, dann ist der Lungau genau richtig (sofern man das Mesnerhaus auslässt). Wer gscheid ist, kauft sich in Tamsweg einen Jausenvorrat und nimmt diese mit auf die Wanderungen. Dann braucht man gar kein Geld mehr.


Schleichwerbung, nein Danke!

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Eva Krallinger-Gruber

Eva ist eine richtige Ex-Exil-Salzburgerin. Frankreich, USA, Schweiz - aber nirgends ist es wie zuhause. Journalismus, Marketing (Kosmetik und dann Bier) und eigentlich redet sie auch ganz gern.