Aus dem Magazin

10 Studentenjobs, die jede*r einmal mitgemacht hat

Geld stinkt nicht, haben sie gesagt.

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, sagt die ältere Generation gern mal mitfühlend oder verächtlich, wenn es um den Mammon in den Geldbörserln von Student*innen geht. Für jenen Lebensabschnitt, wo jeder Fuffy wie Gold in der Tasche wiegt, gibt es genug Möglichkeiten, um rasch an Bares zu kommen. Und weil Geld bekanntlich nicht stinkt, steht dem schnellen Geldverdienen in jungen Jahren auch kein Stolz im Wege. Wir stellen euch unsere persönlichen TOP 10 der Studentenjobs vor, für die wir uns in der Redaktion alle schon mal hergegeben haben.

#1 Flyer verteilen

Mal ist es ein vielversprechender Thermenbesuch, ein anderes Mal eine anstehende Käseverkostung auf einer Alm oder eine Party mit verbilligten Preisen für billige Shots. Immer drehst du dich im Kreis, lächelst die vorbeihastenden Salzburger*innen an und versuchst, die kleinen Papiere in deiner Hand an den Mann zu bringen. Dabei erfährst du soviel Beachtung wie ein Hydrant.

#2 Rezeptionist*in in einer Jugendherberge

Du pflegst den Nahkontakt zu jungen Menschen aus Allerwelt und gehst regelmäßig mit den Tourist*innen saufen. Das ist eine feine Sache, wenn nicht die meisten dasselbe Manko aufweisen würden: Viele der Backpacker sind wegen Sound of Music in die Mozartstadt gekommen, in der Lobby des Hostels spielt der Film auf und ab und du kennst die Dialoge in- und auswendig. Immerhin kannst du in jeder Lebenslage ein passendes Filmzitat auf den Tisch hauen.

#3 Engel am Christkindlmarkt

Die alten Herren mit den glühweingeröteten Backen finden dich reizend und kaufen dir gerne mal die Engelsnummer ab. Junge FPÖ-Wählerinnen vermuten hinter dem Kostüm eine Flüchtlingsverschwörung. Kinder wollen dich immer betatschen und sich vergewissern, dass du echt bist. Du befindest dich auf dem Salzburger Christkindlmarkt, wo Weihnachtsträume wahr werden.

#4 Pubcrawls mitbetreuen

Niemals wird sich dir das Nacht- und Partyleben Salzburgs von einer hässlicheren Seite zeigen als dann, wenn du einen Pubcrawl durch das Geschehen begleitest. Die Partywütigen sind schon nach der ersten Station betrunken, entblößen sich bei jeder Gelegenheit, oder offenbaren jedem umstehenden Barhocker ihre bedingungslose Liebe. Und du darfst dich als Guide dieser pöbelnden Masse hervortun.

#5 Umzugshilfe

Menschen beim Möbel- und Kistenschleppen zu unterstützen, ist mehr als nur kräftig mitanpacken. Da wird Gossip ausgetauscht und weltbewegende Themen wie Wetter und Politik werde genauso wie Familienkonflikte analysiert. Wer sich freundlich und interessiert gegenüber den Verdauungsproblemen des Haus- und Hofhundes gibt, erhält dafür auch gutes Trinkgeld.

#6 Kartenabreißer*in bei den Festspielen

Der Kultjob für Salzburger Jugendliche aus besserem Hause: Macht sich bestimmt gut im Lebenslauf, bringt mehr Geld als ein Verkäufer in drei Monaten verdient und gewährt einige Blicke auf die Salzburger Schickeria, die im Festspielhaus ein- und ausgeht.

#7 Ordnerdienst bei Sportveranstaltungen

Du stehst im Fansektor, weißt hinter dir ein Fußballspiel vorbeiziehen und lässt dich zwei Stunden von aufgebrachten Fans übel beschimpfen. Deine Kollegen sind alle jenseits der 50 und Vollalkis. Über Nacht wirst du vom verwöhnten postpubertären Lulu zum abgebrühten Malefizkerl.

#8 Kellnern

Kellnern lehrt dich vor allem zwei Dinge: Geduld und Stressresistenz. Genügend Gäste geben dir hierfür nämlich die Möglichkeit, an die eigenen Grenzen zu gehen. Flegelhaftes Verhalten und Extrawünsche gehen Hand in Hand mit dem Anspruch, wie ein König behandelt zu werden. Du bist im härtesten Fall für jegliche Art der Arschloch-Kundschaft in deinem zukünftigen Job gewappnet.

#9 Versuchsperson an der Uni

Als Versuchskaninchen stellt man den eigenen Körper und oder Geist in den Dienst der Wissenschaft. Das ist mal unterhaltsam, etwa dann, wenn man mit Elektrodenhaube auf die Computertastatur hämmert und das eigene Reaktionsvermögen testet, oder ermüdend, wenn man akribisch notieren muss, wann man Verlangen nach Süßem hat. In allen Fällen ist es eine gute Tat für die Kommiliton*innen und gewährt neue Selbsterkenntnisse.

#10 Messehostess

Wer als Messehostess sein Geld verdient, hat zwar pekuniär ausgesorgt, muss aber Durchhaltevermögen beweisen. Nicht nur im Stehen, auch in der persönlichen Schmerzgrenze als Sexobjekt. Die Devise lautet: Schön sein und höflich bleiben.

Veronika Ellecosta

Veronika Ellecosta ist aus Südtirol ausgewandert, des Studiums und des Auswanderns wegen. Ist in Salzburg angekommen. Hat bei Fräulein Flora Unterschlupf gefunden und begonnen, die Stadt schreibend zu erkunden und damit immer wieder aufs Neue anzukommen.