10 Fragen, die wir nie ganz ehrlich beantworten

ACHTUNG, DIESER BEITRAG IST VERALTET! BITTE ÜBERPRÜFE, OB DIE DARIN ENTHALTENEN INFOS NOCH AKTUELL SIND. WIR KÜMMERN UNS SOBALD WIE MÖGLICH UM EINE AKTUALISIERUNG!

Seien wir ganz ehrlich: Ganz ehrlich sind wir alle nicht. Die Umstände zwingen sogar die aufrichtigsten Bürger*innen ab und an, nicht ganz die Wahrheit zu sagen. Entweder wir wollen dem/den anderen die Wahrheit nicht zumuten, sind einfach mal feige, oder haben gerade nicht das Bedürfnis, innere Befindlichkeiten auszuschlachten. Und solange man die kleinen, feinen Lügen nicht aus böser Intention in die Welt setzt, ist das auch in Ordnung so.

Weil wir immer nach bestimmten Mustern lügen und schweigen, haben wir eine Liste an Fragen erstellt, die wir im Alltag nie ganz ehrlich beantworten. Und erwischen uns selbst regelmäßig bei den kleinen Notlügen.

#1 Hast du ein bisschen Geld für mich?

Kleingeld haben wir leider nicht dabei, zumindest sagen wir das so, wenn uns jemand vorm Hauptbahnhof danach fragt. Zu unvorbereitet trifft uns meistens die Bitte und zu verlegen macht uns ein einfaches Nein. Bei der Mittagspause tauchen die Münzen aber wieder von ganz alleine auf.

#2 Wieso hast du dich so lange nicht gemeldet?

Auch diese enttäuschte Frage aus der Datinghölle lässt uns meistens blitzschnell zum Feigling mutieren. Und obwohl der Gegenüber nahezu um Ehrlichkeit bettelt, sind unsere Grenzen der Aufrichtigkeit hier ausgeschöpft. Dann sagen wir nämlich was von Stress und nicht funktionstüchtigen Handys und Haustieren mit Verdauungsstörungen.

#3 Was denkst du gerade?

Wem die Socken mit Avocadomuster in der Waschküche gehören, wann wir das letzte Mal Sushi Essen waren, wieso DHL unser Paket noch nicht vorbeigebracht hat. Weil aber was Gscheideres antworten und unsere Deepness beweisen wollen, versuchen wir es mit Essaythemen aus der „Hohen Luft“. Die uns gerade eigentlich wirklich nicht beschäftigt haben.

#4 Wann bist du gestern schlafen gegangen?

Meistens legen wir eins bis fünf Stunden drauf, um unsere Müdigkeit mit mangelndem Schlaf zu legitimieren. Vielleicht liegt es auch daran, dass schwer beschäftigte Menschen ohne Zeit zum Ausschlafen Prestige und Anerkennung in gewissen Kreisen genießen. So verschieben wir die Schlafenszeit gerne nach hinten. Wir haben schließlich auch keine Zeit zum Schlafen.

#5 Wann bist du da?

In fünf Minuten. Dass es nicht fünf Minuten sein werden, wissen wir. Unser Gegenüber übrigens auch.

#6 Warum bist du zu spät?

Die Frage knüpft an das nicht erfüllte Zeitfenster von fünf Minuten an. Dann erzählen wir etwas von Stau, roten Ampeln, und hartnäckigen Menschen auf der Straße, die uns um ein bisschen Geld gefragt haben. Dass wir mit unserem Zeitmanagement versagt haben, geben wir selten zu.

#7 Erinnerst du dich an mich?

Jede*r kennt den peinlichen Moment, von einem unbekannten Gesicht auf der Straße strahlend mit den Worten „erinnerst du dich an mich?“ angesprochen zu werden. Wir können uns gedanklich beim Durchstöbern unseres sozialen Umfeldes zuschauen, wo wir das Gesicht abzugleichen versuchen. Meist funktioniert das ohne Hilfe nicht, aber ja, wir erinnern uns.

#8 Was sagst du zu dem Video/Artikel, den ich dir geschickt habe?

Manchmal trudeln Links von Freunden ein, die man „unbedingt sehen muss“ und „bestimmt auch genauso lustig findet“. Die WhatsApp-Häkchen werden blau, wir verschieben den Link auf später, wo wir ihn erfolgreich vergessen. Lustig fanden wir ihn natürlich trotzdem.

#9 Mit wie vielen Menschen hast du geschlafen?

Die Gretchenfrage, die eigentlich nicht gestellt werden müsste, weil die Anzahl der Sexpartner*innen im 21. Jahrhundert gleichgültig sein sollte. Kriegt man die Frage trotzdem zu hören, sieht man sich oft vor dem Dilemma, dem/der Partner*in keine Minderwertigkeitskomplexe schaffen zu wollen oder nicht selbst gegen den/die Partner*in abzukacken. Wer klug ist, versucht hier, raffiniert auszuweichen. Gelingt das Abwenden des Übels nicht mehr, kann gerne eine Notlüge eingesetzt werden. Wir tendieren hier zu Variable x.

#10 Wie geht es dir?

Eine Frage, die jede*r automatisch mit der Floskel „gut danke, und dir?“ beantwortet. So startet man in jeden belanglosen Smalltalk mit der Standfrau auf der Schranne und dem Kommilitonen in der Mensa. Ganz egal, ob du gerade in postoperativem Zustand bist, eine Erkältung auskurierst oder einfach nur einen beschissenen Tag hinter dir hast.

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