Mischmasch

10 Dinge, die uns die Pandemie abgewöhnt hat

Zu viel planen, Händeschütteln und Co: Das machen wir nicht mehr

Was wir sicher nicht mehr machen

Fast müssen wir lachen: Zu Beginn der Krise haben wir unsere Erfüllung in Bananenbrot, Sauerteig und Sport gesucht. Je länger sich das miese Virus hinzog (und es auch immer noch tut), desto mehr haben wir uns auf die Situation eingestellt, an die folgenden zehn Dinge wollen wir uns aber nicht so richtig gewöhnen.

#1 Kultur online genießen

Es war ein riesen Versuch und auch nötig: Konzerte, Lesungen und Co online zugänglich zu machen. Meistens hat die Technik nicht funktioniert und wenn doch, dann war es nur so halb klass. Allein im Wohnzimmer zu der Lieblingsband „abgehen“. Jetzt, wo die Locations wieder offen haben, wissen wir, was uns gefehlt hat. Wenn ihr z. B. Musik wieder fühlen wollt, dann schaut bei den besten Konzerten im Oktober vorbei, wir dürfen jede Menge Tickets verlosen.

#2 Den Wochenkauf online machen

Haben wir probiert, machen wir nie wieder. Abgesehen davon, dass das Erlebnis des Einkaufs schon mal den Gusto aufs Essen weckt (außer sonntags im Bahnhofsspar, da möchte man danach speibn), ist es schlichtweg einfacher. Vielleicht sind aber auch nur wir zu dumm und haben statt dem großen Käse die Miniaturausgabe gekauft und statt vier Weckerl vier Laib Brot, die immer noch im Tiefkühlfach liegen. Wie dem auch sei: Byebye, Online-Lebensmittelhandel. Wir sehen uns im Markt oder noch besser: am Markt.

#3 Uns zu sehr stressen lassen

Was haben wir geschwitzt: vor Stress. Jedes Wochenende gearbeitet, einfach um noch mehr Erwartungen zu erfüllen. Dank Corona haben wir gelernt, dass es Arbeitszeiten gibt. Und dass ein Tag, obwohl er 24 Stunden hat, nicht 24 Stunden für die Arbeit hat. Und wisst ihr was: Wir sagen das jetzt auch so und nutzen nicht mal mehr Notlügen. Ein bisschen Zeit für einen Selbst, ein bisschen Zeit für andere und ein bisschen Zeit für die Arbeit – so sieht unsere Drittellösung aus. Ende mit der Selbstoptimierung.

#4 Alle Meetings persönlich machen

Persönlich versteht man sich besser. Das finden wir immer noch. Aber jeder quersitzende Schaß braucht nicht mehr bei einem Kaffee und zwei Stunden Zeit diskutiert werden. Vieles geht tatsächlich online, vor allem, wenn es um Basics geht oder auch ein erstes Kennenlernen. Die Umsetzung kann man dann ja bei einem Frühstück oder Kaffee besprechen. So viel mehr Zeit, die bleibt.

#5 Glauben, online ist die bessere Welt

Letztens haben wir wieder mal „The Social Network“ gesehen, den Film über die Anfänge von Facebook. Hat uns erschaudern lassen. Zu denken, dass online alles besser ist, für die Umwelt, das Leben und überhaupt: Können wir nicht bestätigen. Online ist eine Toolbox für alles Mögliche, sicherlich auch für Freizeit und Entspannung. Aber wenn man nur mehr vor dem Kastl sitzt und das Computer-Kopfweh Teil des „Wohlbefindens“ ist, wird klar: Es gibt auch noch eine andere Welt. Und auch in die gehört investiert.

#6 Freundschaften für selbstverständlich halten

Corona hat Beziehung ordentlich auf den Prüfstand gestellt: Großeltern, die ihre Enkelkinder monatelang nicht sehen konnten, Freundschaften, die nur mehr online gelebt werden konnten. Freundschaften leben aber nicht nur vom Gespräch. Sondern vom spontanen Lachen, vom sich treffen, sich umarmen können. Davon, dass man gemeinsam etwas macht und wenn es nur stricken ist. Wie viel Arbeit es ist, eine Freundschaft zu erhalten und wie schnell sie vorbeisein kann, das hat uns Covid gelernt.

#7 Sport vor dem Computer machen

Pamela, go away! Vor allem in der Quarantäne haben wir verzweifelt zum Computer gegriffen und mit irgendwelchen Fitness-Gods und Godesses trainiert. Wie die Hampelmännchen sind wir im Wohnzimmer herumgehüpft, glücklich wurden wir nicht. Turns out: Zum guten Sport-Erlebnis gehört für uns die Natur. Eine Runde Laufen am Glanspitz reicht schon fürs Wohlbefinden. Oder ein Spaziergang. Der Beamer bleibt auf jeden Fall bis zum nächsten Lockdown aus.

#8 Händeschütteln

Haben wir immer schon komisch gefunden und sind froh, dass dieses „Sich-gegenseitig-angreifen“ endlich vorbei ist. Genauso wie das Bussi-Bussi. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

#9 Pläne machen

Pläne machen fällt aus wegen ist nicht. Egal, was wir probiert haben: Kein einziges Projekt ist uns gelungen. Sei es in der Arbeit, bei der Urlaubsplanung oder sonstwo. Corona hat immer Nein gesagt. Deswegen tun wir es nicht mehr. Am Freitag geht’s nach Wien? Ok, dann schauen wir am Donnerstag Abend, ob es wirklich passiert. Und wenn nicht, dann halt nicht.

#10 Unser Gesundheitssystem für selbstverständlich nehmen

Gratis-Tests, gratis Impfungen, gratis Behandlungen, bezahlte Kurzarbeit. So wie in Österreich ging und geht es fast nirgends auf der Welt zu. Schade nur, dass die unzähligen Menschen, die diesen Luxus möglich machten und machen, nach dem unmittelbaren Emergency wieder vergessen wurden.

Eva ist eine richtige Ex-Exil-Salzburgerin. Frankreich, USA, Schweiz - aber nirgends ist es wie zuhause. Journalismus, Marketing (Kosmetik und dann Bier) und eigentlich redet sie auch ganz gern.