El Sabio
Aus dem Magazin

10 coole Spiele, die ihr in dieser faden Zeit spielen könnt

Wir haben uns durch das Spieleuniversum getestet.

In Zeiten wie diesen verbringen wir na ja… relativ viel Zeit zuhause. Und weil wir schon alle Spiele fünfmal durch haben, muss neuer Stoff her. Hier findet ihr 10 mal neue Inspiration für echte und virtuelle Spielenachmittage und -abende.

#1 Cheeky Hyena

Cheeky Hyena

Cheeky Hyena ist ein Spiel, das zwei Salzburger*innen erfunden und entworfen haben. Ingrid Sapp und Sabine Scheufele haben vor über 25 Jahren damit begonnen, ihre eigenen Spiele auf Kunsthandwerksmärkten in Australien zu verkaufen. Heute entwickeln und gestalten sie analoge Spiele, wie Cheeky Hyena. Bei dem Verfolgungsspiel geht es um die Rettung einer Wasserquelle, bevor die Bürger*innen durch einen Konzern komplett ausgebeutet werden. Dabei müssen die Bürger*innen einige Hindernisse überwinden, zum Beispiel das Aufspüren der Quelle und die Überprüfung der Trinkwasserqualität. Wenn alles geklärt ist, müssen sie wieder zurück nach Hause – allerdings gibt es hier Irrwege und Fallen zu meistern. Und dann ist da noch Cheeky Hyena, der Verräter unter den Bürger*innen, der das Ganze nicht einfacher macht.

Insidertipp:
Der Kampf um Trinkwasser ist ein Alltime-Problem und das Spiel kann dazu beitragen, Diskussionen darüber wieder aufflammen zu lassen. Wenn Kinder mitspielen, kann ihnen die Problematik ebenfalls gut vermittelt werden.

#2 QUARANTGAME

Luisa und Raphael haben sich im ersten Lockdown fadisiert. Ihre geliebten Spieleabende mit Freund*innen waren wegen der Ausgangsbeschränkungen nicht mehr möglich. Vor allem deshalb, weil die meisten klassischen Brett- und Kartenspiele darauf ausgelegt sind, dass alle Mitspieler*innen am selben Tisch sitzen. Dann haben die zwei begonnen, selbst ein Spiel zu entwerfen, dass physisch greifbar und trotzdem über einen Videochat spielbar ist. QUARANTGAME heißt ihr Baby, das so gut angekommen ist, dass es inzwischen weit über den Freundeskreis von Luisa und Raphael hinaus vertrieben wird. Alles, was ihr benötigt, ist das Kartenspiel oder die Print-at-home-Version, ein videochatfähiges Endgerät und eine entsprechende App, mit der ihr euch verbindet.

Insidertipp:
Lasst euch von QUARANTGAME überraschen – wir wollen gar nicht zu viel verraten. Außer, dass ein bisserl Geschick und Merkfähigkeit gefragt sind.

#3 Kartenspiele mit den Salzkarten

Salzkarten

Mulatschak, Watten, Schnapsen. Wir lieben Kartenspiele und besonders die doppeldeutschen Karten lassen uns herrlich in Nostalgie schwelgen. Das findet auch Luisa Pichlmüller und hat die typischen doppeldeutschen Spielkarten einfach mal neu illustriert. Und zwar im Salzkammergut-Style. Auf den “Salzkarten” findet man Wahrzeichen, Sagen und Legenden aus dem Salzkammergut, wie Kaiserin Sisi und den Schwarzen Gosauseereiter. Die Charaktere und Figuren stammen alle aus volkstümlichen Legenden und Sagen oder haben einen geschichtlichen und religiösen Hintergrund.

Insidertipp:
Die Salzkarten sind eine willkommene Abwechslung zu den abgegriffenen doppeldeutschen Karten, die wir normalerweise aus Opa’s Schublade fladern. Und für alle Salzkammergutler*innen eine schöne Gelegenheit, um ein bisserl in Nostalgie zu schwelgen.

#4 Nobody’s Perfect

Nobodys perfect

Bei Nobody’s Perfect geht es darum, Antworten auf Fragen zu (er)finden, deren richtige Antwort niemand wissen kann. Zum Beispiel “Was stand auf der Dose Rindfleisch, die der englische Polarforscher William E. Parry während einer Polarexpedition 1824 öffnen wollte?”. Der oder die Moderator*in der jeweiligen Runde darf die Lösung als einzige*r ablesen. Die restlichen Mitspieler*innen geben verdeckt ihre erfundenen Antworten ab. Am Ende liest der/die Moderator*in alle Antworten (inklusive der richtigen und der erfundenen) vor. Dann dürfen alle auf die Antwort tippen, die ihrer Meinung nach stimmt. Wenn eure erfundene Antwort so plausibel klingt, dass jemand auf diese tippt, räumt ihr Punkte ab und dürft eure Figur nach vorne bewegen.

Insidertipp:
Erfindet am besten Antworten, die ein bisschen wie aus dem Lexikon klingen. Spart nicht mit Fachausdrücken und formuliert schöne Sätze. Dann kommt man euch nicht so schnell auf die Schliche.

#5 Virtual Escape “CYBERPUNK”

Die liaben Leute von Virtual Escape haben uns schon so manches virtuelles Aha-Erlebnis beschert. Und weil die Türen ihres Studios aktuell geschlossen bleiben müssen, haben sie an einem Plan B gefeilt. Schon im ersten Lockdown wurde das Online-Escape Spiel “Ausgangssperre” gelauncht, das über zoom mit mehreren Freund*innen von zuhause aus spielbar ist. Man braucht dazu nur einen Laptop, Internet, Handy und ein bisserl was zum Schreiben. Inzwischen haben die Online Escape Games von Virtual Escape Zuwachs bekommen und das neueste Baby heißt “Cyberpunk”. Hier bewegt ihr euch im dystopischen Cyberpunk Setting und jede*r Mitspieler*in erhält bestimme Augmented Reality-Fähigkeiten, mit denen er oder sie Aufgaben meistern kann. Das funktioniert über Augmented Reality Elemente, die mittels Instagram Filter eingebaut wurden. Gscheit cool!

Insidertipp:
Die Online Escape Games stehen den “echten” um nichts nach. Sie sind genauso kniffelig und eure Köpfe werden auch hier entsprechend rauchen. Am besten geht ihr strukturiert an die Sache heran und nutzt auch eure Social Media-Kanäle für die ein oder andere Recherche.

#6 Allegra

Auf den ersten Blick ist Allegra ziemlich verwirrend. Hat man die Spielanleitung aber mal intus, steht dem Kartenspielvergnügen nichts im Weg. Hier geht es darum, möglichst viele Karten loszuwerden und zu tauschen, sodass man am Ende eine möglichst niedrige Punkteanzahl vorweisen kann. Jede*r Spieler*in besitzt 12 eigene Karten, darf sich aber auch bei drei Karten des linken Nachbarn bedienen. Die “gemeinsamen” drei Karten müssen beiden Interessen gerecht werden, was das Spiel ein bisserl kniffelig macht. Aja, und dann gibt es noch die Option des Klopfens, bei der man auch nochmal strategisch denken muss.

Insidertipp:
Nehmt euch Zeit, um die Spielanleitung ein paar Mal durchzulesen und die Spielzüge im Trockentraining durchzutesten. Wenn ihr euch dann gut auskennt, könnt ihr das Spiel neuen Mitspieler*innen erklären. Sonst bricht das Chaos aus.

#7 Ubongo

Wer Tetris mag, wird Ubongo lieben! Das Spiel hat durchaus Suchtpotenzial, das ihr auf dem Spielfeld mit den bunten Puzzleteilen ausleben werdet. Darum geht’s: Ihr müsst die Puzzleteile und komischen Formen so auf das Feld legen, dass sie den Vorgabe entsprechen – und zwar unter Zeitdruck innerhalb einer Minute. Das kann teilweise echt tricky und nervenaufreibend sein, vor allem wenn man in der schwierigeren Stufe spielt. Einfach geduldig sein, man wird mit der Zeit besser und schneller.

Insidertipp:
Ubongo ist perfekt für den Lockdown, weil es zur Not auch sehr gut alleine gespielt werden kann. #lonelylife

#8 El Sabio

El Sabio

Dieses Spiel stammt ebenfalls aus der Feder von Ingrid Sapp und Sabine Scheufele. “El Sabio” wird von vier Personen gespielt und ist so etwas wie eine der Ur-Versionen des Schachs. Es ist angelehnt an ein altes indisches Würfelspiel und man muss versuchen, die Gegner*innen zu überlisten und Führungskräfte zu befreien. Dabei bilden immer zwei Teams eine Allianz. Bei El Sabio braucht man keine Schachkenntnisse und kann direkt loslegen, denn der Würfel bestimmt wesentlich den Spielverlauf.

Insidertipp:
Nur nicht zu siegessicher sein – durch den Würfel weiß man vorher nie, welche Figur als nächstes gezogen wird. Eventuell kann euch die “Zaster Variante” mit Bestechung und Intirgen weiterhelfen.

#9 Cards Against Humanity

“Cards Against Humanity is a party game for horrible people.” Okay, damit hatte das Spiel unsere Aufmerksamkeit. Gespielt wird das Ganze so: Es gibt weiße und schwarze Karten. Jede*r muss sieben weiße Karten ziehen und eine Person zieht eine schwarze. Letztere wird vorgelesen – man findet übrigens Fragen oder Lückentexte darauf. Jetzt suchen alle Mitspieler*innen die beste (= beleidigenste, politisch unkorrekteste oder lustigste) Antwortmöglichkeit in ihren sieben weißen Karten und ziehen die ausgewählte Karte face down auf den digitalen Tisch. Derjenige, der die schwarze Karte gezogen hat, sucht sich seine Lieblingsantwort aus den weißen Karten aus, die Person, die sie hingelegt hat, bekommt die schwarze Karte als Punkt und die nächste Runde kann starten.

Insidertipp:
Man braucht zum Online-Spielen jeweils zwei Screens und im Idealfall spielt man mit vier Personen. Wobei es online auch mit sechs Leuten noch gut geht.

#10 Das Minderheiten Quartett

Wir sind noch immer ganz begeistert vom Tyranninnen-Quartett, das wir letztes Jahr vom Three Monkeys Concept Store bekommen haben <3. Deshab hat uns auch das Minderheiten Quartett mitten ins Herz getroffen. Es wurde vom Postillon konzipiert und glänzt entsprechend mit schwarzem Humor und Vorurteilen. Ziel des Spiels ist es, das Wirrwarr an Minderheiten in übersichtliche Stereotype zu sortieren, auf die man mit dem Finger zeigen kann. In der Kategorie “Besorgte Bürger” gibt es zum Beispiel den Chemtrailer, der Potenzstörungen und Haarausfall hat und die Regierung dafür verantwortlich macht. Oder den Mansplainer aus der Kategorie “Trottel”, der einer Frau gerne etwas Offensichtliches erklärt, wenn sie es nicht versteht.

Insidertipp:
Wenn ihr schwarzen Humor hasst, lasst lieber die Finger von diesem Spiel. Sonst steigt nur euer Blutdruck an. Wenn ihr schwarzen Humor liebt, werdet ihr euch totlachen.

Miriam hat schon in Wien, Porto und Kufstein gewohnt, bevor es sie wieder zurück nach Salzburg verschlagen hat. Dinge, die sie ganz gerne mag: Britpop, Katzen und den hohen Norden.