Aus dem Magazin

10 coole Dinge, die es in Salzburg (noch) nicht gibt

Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Die meisten unserer Freunde sind gleich nach der Schule aus Salzburg weggezogen und wohnen jetzt in irgendwelchen Großstädten. Wir haben bei ihnen angeklopft und gefragt, was es dort an netten Sachen gibt, die in Salzburg noch fehlen. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

#1 G’scheite Citybikes

In Wien oder Paris gehören sie längst zum Stadtbild: die schweren Räder aus der Verleihstation, die man für ganz wenig Geld ausleihen und dann am anderen Ende der Stadt zurückgeben kann. In Salzburg gibt es rein theoretisch City Bikes, das System führt sich aber ad absurdum, weil nur eine einzige Ausleihstation am Hanuschplatz existiert.

#2 Museum Hacks

Stadtführungen in Salzburg sind ja mit wenigen Ausnahmen eher so die ideale Freizeitbeschäftigung für Opi und Omi. Der Grund ist vermutlich, dass es wegen des strengen Gewerbeschutzes kaum junge Stadtguides gibt, die sich die mühsame und teure Ausbildung antun, um dann alternative Touren anbieten zu dürfen. Dabei gäbe es so viel Potential: In Wien erfreuen sich etwa die Drag Queen Touren von Tiefe Kümmernis durchs Kunsthistorische Museum größter Beliebtheit. In Prag gibt es thematische Stadttouren zu Bereichen wie Korruption oder Street Art. In den USA sind Museum Hacks der heißeste Scheiß. Das sind subversive Museumstouren für junge Leute, bei denen es in erster Linie um gute Unterhaltung und nur in zweiter Linie um Jahreszahlen geht. Wir quälen uns übrigens gerade durch die Ausbildung zum Stadtguide. In einem Jahr ziehen wir dann gemeinsam in Salzburg um die Häuser, ok?

#3 Bowl Food

Unseren ersten Kandidatien aus der Rubrik Essen & Trinken verdanken wir unserem Freund Philipp, der vor einiger Zeit in Australien gelebt hat. Dort gab es an jeder Ecke gesunde Bowls. Ihr wisst schon, diese wunderschönen Essensschalen, die auf Instagram immer tausende Likes kriegen. Oft handelt es sich dabei um Superfood, aber im Grunde kann man so ziemlich alles in einer Bowl anrichten. In Salzburg kennen wir derzeit kein Lokal, das sich im größeren Stil auf Bowls spezialisiert hat. Oder?

#4 Leere U-Bahnstationen

Wir haben seit jeher einen besonderen Hang zu verlassenen und vergessenen Orten. Ganz beonders faszinierend finden wir unterirdische Gemäuer. In vielen Städten gibt es verlassene U-Bahnstationen, die für schauderhaft schöne Erlebnisse sorgen. In Salzburg fehlt eine wichtige Voraussetzung: eine U-Bahn. Andererseits haben wir die vielen geheimnisvollen Bunker in den Stadtbergen, über die wir in Kürze hier am Blog berichten werden. Es ist allerdings ziemlich schwierig, sich Zugang zu verschaffen. Aber dazu bald mehr.

#5 Pickleback

Diesen Tipp haben wir von unserer Freundin Mara in New York erhalten. In der Welthauptstadt der Hipster sind derzeit scheinbar Pickleback-Cocktails sehr angesagt. Was das ist, mussten wir selbst googeln: Man jagt sich dabei einen Shot Whiskey runter und schüttet ein Stamperl mit Essiggurkerlwasser oder schiebt ein ganzes Gurkerl hinterher. Wir haben das schon ausprobiert und werden das Erlebnis an dieser Stelle nicht bewerten. Versucht es einfach selbst.

#6 Uber und Car Sharing

Wir geben das jetzt einfach mal zu: Wir sind noch nie mit einem Uber Car gefahren. Wie auch? Immerhin kommen wir nie aus unserem kleinen Nest raus und in Salzburgs gibt es das einfach nicht. Sehr zur Freude der heimischen Taxler. Auch beim Carsharing kann Salzburg mit Städten wie Wien nicht so wirklich mit: Zwar gibt es mit EMIL einen Anbieter, der auch recht preiswert ist, allerdings bedarf es bei der Benutzung schon deutlich besserer Planung als bei den Car Sharing Diensten in Wien, bei denen praktisch immer ein Auto in deiner Nähe steht.

#7 Besetzte Häuser

In Salzburg gibt es zwar jede Menge leerstehende Häuser, die werden allerdings nicht besetzt. Außer vielleicht einmal pro Jahr von betuchten Festspielgästen. Schade eigentlich, denn besetzte Häuser sind irgendwie das ultimative Symbol für Freiräume, auch wenn sich so eine Hausbesetzung oft romantischer anhört, als sie ist … wobei … streichen Sie das: Hausbesetzungen sind geil!

#8 Ein kryptoanarchisches Institut

Als wir zuletzt Prag besucht haben, waren wir zu Gast im Paralelni Polis. Dabei handelt es sich um die Weiterentwicklung eines klassischen Hackerspaces. Im Erdgeschoß gibt es ein gemütliches Café, in dem man mit Bitcoins bezahlt, im Keller ein Maker Lab, in dem man den Umgang mit 3d-Druckern erlernen kann und im ersten Stock einen Hackerspace, in dem auch große internationale Kongresse zu Themen der digitalen Politik und Netzkultur stattfinden. In Salzburg gibt es das alles im Kleinen irgendwie auch, aber ziemlich verstreut.

#9 Ein Outdoor Exit the Room

Wir haben uns in Salzburg ja schon mal erfolgreich aus dem Exit the Room herausgerätselt. Ihr wisst schon, jenes Echtzeit- Spiel, bei dem man in möglichster kurzer Zeit einen Raum verlassen muss. Man kann sich das ein bisschen wie eine Mischung aus Schnitzeljagd und Horrorfilm á la SAW vorstellen. Graz hat letztens eine Vorreiterrolle eingenommen und ein Outdoor Exit the Room eröffnet. Wir warten dann einfach noch ein paar Jahre, bis Salzburg nachzieht.

#10 Das Meer

Da kann jetzt wirklich keiner was dafür, aber so ein kleiner Stadthafen und ein Strand wäre schon was Schönes. Anders betrachtet: Berge und Seen sind ja auch nicht schlecht und irgendeinen Grund braucht man ja, um zumindest einmal im Jahr die Stadt Richtung Süden zu verlassen.

Und was hättet ihr noch gerne in Salzburg? Gebt Bescheid! Wir sind ja immer fürs Machen!

Matthias Gruber

Matthias Gruber ist ein Ur-Salzburger, der auszog, um Italien und Wien zu erobern. Gern ist er wieder zurückgekommen und macht für das Fräulein Flora wunderschöne Fotos der “Nicht-Nur-Mozartstadt”, die von witzigen Texten begleitet werden.