Von 5. bis 9. Juli findet in Salzburg erstmals die JUVINALE statt. Wir haben die Festival-Leiterin Sara Wichelhaus gefragt, wie es zur Gründung kam und wie es um den Filmstandort Salzburg bestellt ist.

Wie ist die Idee zur Juvinale entstanden?

Sara Wichelhaus: Seit dem Wegzug der Diagonale vor über 20 Jahren gibt es in Salzburg kein beständiges Festival mehr, das über fünf Tage geht und sowohl studentische und Schulproduktionen abdeckt. Das wollten wir ändern. Die Grundidee zur Juvinale stammt dabei von Anne Bauchinger, Maxi Widmaier und Markus Weisheitinger-Herrmann. Nachdem die Idee auch bei Stadt und Land Salzburg auf Wohlwollen gestoßen ist, kam es zur Gründung des Vereins Juvinale durch die Institutionen offscreen, FS 1 und das Institut für Medienbildung. Seitdem arbeiten wir an der Vorbereitung des Festivals.

Bereits in der Vergangenheit gab es in Salzburg kleinere Festivals wie das film:riss oder die klappe, die jedoch immer nach einiger Zeit w.o. geben mussten. Droht der Juvinale das gleiche Schicksal?

Die Juvinale ist definitiv auf Langfristigkeit ausgerichtet. Wir werden das Festival in den nächsten sechs Jahren alle zwei Jahre durchführen. Längerfristig soll Salzburg wieder ein Standort werden, von dem man weiß, da passiert etwas in der Filmbranche. Es tut sich nämlich sehr viel, aber es hat nie die Möglichkeit für eine Plattform oder einen Zusammenschluss gegeben. Genau das ist unser Ziel: dass wir längerfristig ein Standort werden, der nicht nur für Tourismus oder Hochkultur steht. Wir wollen, dass auch die Kreativität in der Stadt wieder einen höheren Stellenwert bekommt.

Was erwartet uns im ersten Jahr der Juvinale?


Wir haben vier Hauptbereiche: Zum einen natürlich die Wettbewerbsscreenings. Parallel dazu wird es Workshops zu Grundlagen-Themen geben, die beim Einstieg ins Filmgeschäft wichtig sind. Dann planen wir ein Speeddating, bei dem erfahrene Leute aus der Szene mit dem Nachwuchs zusammenkommen. Und dann natürlich die Juvinale Award Show am 8. Juli in der ARGE. Da werden die Awards vergeben, die mit einer Summe von insgesamt 12.000 Euro dotiert sind. Außerdem spielen die großartigen Spy Cats.

Und wer ist euer Wunschpublikum? 


Wir sind sehr gespannt, wer kommen wird, richten uns aber natürlich an alle Filminteressierten in Salzburg. Die Herausforderung dabei wird sicher sein, die Leute für Filme aus Österreich und Deutschland zu begeistern. Viele wissen nämlich gar nicht, dass es da wahnsinnig tolle Produktionen gibt. Genau dafür wollen wir Aufmerksamkeit schaffen.

Viele junge Filmemacher*innen gehen spätestens nach ihrer Ausbildung aus Salzburg weg. Woran liegt das?

Das ist das große Problem. Die Leute machen hier oft ihre ersten Schritte oder studieren an der FH Salzburg und gehen dann weg. Das ist etwas, dem wollen wir ganz gezielt entgegenwirken. Ich glaube aber, dass es da eines längeren Prozesses bedarf. Das Festival soll einfach ein erster Anstupser zum Umdenken sein: dass Salzburg eben auch für Filmkunst stehen kann.

Wenn man in Salzburg als Anfänger*in ins Filmemachen einsteigen will: Was würdest du raten?

Es gibt mehrere Möglichkeiten. Eine gute Anlaufstelle ist der Verein offscreen, der immer wieder Leute und Kontakt vermittelt. Zugang zu Kameras und erste Schritte kann man auch über Studio West oder FS1 bekommen. Da gibt es immer wieder ganz tolle Workshops für Einsteiger*innen. Und wenn es wirklich darum geht, selbst Produktionen durchzuführen, dann sind Martina Greil von der Stadt und Andrea Zarfl vom Land die richtigen Ansprechpartnerinnen. Und erwähnen muss man, wenn es um die Ausbildung geht, natürlich auch die FH Salzburg und die Kommunikationswissenschaft.

 

JUVINALE: Salzburgs neues Filmfestival