Im April wollen wir euch bei Fräulein Floras Street Kitchen einen weiteren Klassiker der alpenländischen Esskultur vorstellen: Den Brennnesselknödel. Schnell zubereitet, gesund, natürlich verdammt köstlich und das Beste daran: Wer sie noch heute nachkocht kann damit Geldsorgen beseitigen.

Die meisten Leute haben schon mal davon gehört, dass man Brennnesseln essen kann. Ausprobiert haben es − abgesehen vom Tee − jedoch nur wenige. Zum Glück schmeckt die Brennnessel als Wildgemüse verarbeitet deutlich weniger streng als der Aufguss, den man als Kind bei allen möglichen Erkrankungen vorgesetzt bekam.

Brennnessel: Gesund für den Körper und vielleicht auch fürs Börserl

Auch wer jetzt noch nicht ganz überzeugt ist, sollte es unbedingt auf einen Versuch ankommen lassen, denn kaum ein heimisches Wildkraut bietet sich so gut zum Verzehr an wie die Brennnessel: Sie wächst wirklich überall, ist leicht zu erkennen und hat einige ziemlich gesunde Inhaltsstoffe, die den Körper vor allem im Frühjahr in Schwung bringen. Außerdem werden ihr allerhand mehr oder weniger glaubwürdige Eigenschaften nachgesagt: Sie gilt als antidämonisches Mittel, soll vor Blitzeinschlag schützen, als Aphrodisiakum wirken und kann als Orakelpflanze die Zukunft vorhersagen. Zuletzt sei noch eine überaus nützliche Eigenschaft der Brennnessel erwähnt, die den einen oder die andere vielleicht dazu bringt unser Rezept am 13. April auszuprobieren: Angeblich schützt der Verzehr von Brennnesseln am Gründonnerstag vor „Geldmangel“.

Brennnesseln Sammeln in Salzburg

Man muss in Siedlungen nie lange nach ihr suchen: Sie ist gewissermaßen ein anhängliches Kraut, das dem Menschen auf Schritt und Tritt folgt. Deshalb lässt sich die Brennnessel in Salzburg auf so ziemlich jeder Grünfläche sammeln. Genau genommen gibt es bei uns zwei Brennnessel-Arten: Die Große und die Kleine Brennnessel. Beide sind gleichermaßen essbar, unterscheiden sich jedoch, wie unschwer zu erraten ist, durch die Wuchshöhe. Die meisten von uns kennen Brennnesseln aufgrund schlechter Erfahrungen vermutlich bereits seit dem 2. Lebensjahr. Gefährliche Verwechslungsmöglichkeiten gibt es nicht. Wer trotzdem ganz sicher gehen möchte: Alles, was nicht brennt ist auch keine Brennnessel. Gepflückt werden die oberen, jungen Blätter, die bis in den November hinein immer wieder austreiben.

Wenn ihr ohne Handschuhe sammeln wollt, ohne die Hände voller Pusteln zu haben, zupft die Blätter vorsichtig von unten nach oben ab, sodass sich die feinen Stacheln glatt aufs Blatt legen. Wer das Anfangs nicht so gut drauf hat, sei damit getröstet, dass die Stiche als Hausmittel zur Rheumavorbeugung gelten.

Rezept: Brennnesselknödel mit Bergkäse

Natürlich kann man unsere Brennnesselknödel auch als Beilage zum Braten, zum Gluasch oder mit Schwammerlsoße essen. Sie sind aber auch für sich stehend, mit zerlaufener Butter übergossen, ein schnell zubereitetes Schmankerl.

Zutaten für 4 Personen:

  • 5 trockene Kaisersemmeln (gewürfelt) oder 250 g Knödelbrot
  • 250 ml kalte Milch
  • 2-3 Eier
  • 50 g Mehl
  • 100 g Bergkäse, klein gewürfelt
  • 200 g junge Brennnesselblätter
  • Salz, Pfeffer, evtl. etwas Muskat
  • 50 g Butter
  • Bei Wunsch Parmesan zum Bestreuen

Zubereitung:

  1. Knödelbrot mit der Milch übergießen.
  2. Brennnesseln waschen, abtropfen lassen und möglichst fein hacken. Ein paar Teelöffel von den gehackten Brennnesseln zur Dekoration beiseite legen.
  3. Wenn das Knödelbrot eingeweicht ist Brennnesseln, Eier, Mehl, Käse und Gewürze zugeben und zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. Die Konsistenz sollte so beschaffen sein, dass die Knödel beim Ablegen auf einem Brett ihre Form behalten. Ist der Teig zu flüssig, ggf. mit mehr Mehl nachbessern.
  4. Nun mit nassen Händen gleichmäßige Knödel formen und in leicht kochendem Salzwasser ca. 15 – 20 Minuten garen.
  5. Wenn die Knödel fertig sind, kann man sie noch ein paar Minuten im Umluftherd antrocknen lassen.
  6. Zuletzt die Butter in einer Pfanne zerlaufen lassen, über die Knödel gießen und mit den restlichen gehackten Brennnesseln bestreuen.
  7. Wer möchte, kann noch Parmesan drüberstreuen. Muss man aber nicht.

Mahlzeit wünscht euch das Team von Fräulein Flora!

Streetkitchen: Brennnesselknödel