Bei Fräulein Floras Street Kitchen stellen wir euch Rezepte aus saisonalen Zutaten vor, die in der Stadt Salzburg an jeder Ecke wachsen. Und wenn wir ‚wir‘ sagen, dann meinen wir unseren Kräuterexperten und Autoren Henrik Klar. Ab sofort versorgt er euch jedes Monat mit einem neuen Rezept. Den Anfang macht ein Klassiker: das gute alte Bärlauchpesto.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, man würde nach dem Genuss von Bärlauch nicht danach stinken. Tatsache ist, dass die typischen Ausdünstungen nicht ganz so stark sind, wie nach Knoblauch. Das Rezept, das wir diesen Monat vorstellen ist natürlich trotzdem ganz und gar nicht geeignet, wenn Bewerbungsgespräch oder Zahnarzttermin anstehen. Falls ihr nun im Hinblick auf ein mögliches Date am hadern seid, sei euch empfohlen, dem oder der Liebsten einfach eine Portion von unserem Bärlauchpesto vorzusetzen. Er oder sie wird mit Sicherheit begeistert sein und zu zweit ausdünsten ist eh am Schönsten.

Bärlauch Sammeln

Bärlauch wächst im Laubwald auf feuchten Böden bis in 1500 m Höhe, oft in der Nähe von Gewässern. In der Stadt Salzburg lässt er sich beispielsweise in der Herrnau, am Saalachspitz oder im Aigner Park sammeln. Am besten schmecken die jungen Blätter vor der Blüte, die in Salzburg ab etwa Mitte April einsetzt.

ACHTUNG: Die Blätter des Bärlauchs können mit jenen von Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechselt werden. Diese sind für Menschen gefährlich giftig. Wer sich nicht hunderprozentig sicher ist, sollte die Blätter darum einzeln verlesen und einem „Geruchstest“ unterziehen. Nur Bärlauchblätter haben das typische, würzige Aroma.

Wissenswertes über Bärlauch

Seinen Namen trägt der Bärlauch, da Bären nach dem Winterschlaf angeblich als erstes die Blätter essen, um sich nach der langen Ruhe einen ordentlichen Schwung Vitamine und Nährstoffe zu besorgen. Belegt ist dieses Verhalten nicht, aber da Bären Allesfresser sind, ist durchaus denkbar, dass an der Geschichte etwas Wahres dran ist. Im germanischen Volksglauben war der Bär das „Seelentier“ und ein Fruchtbarkeitssymbol. Mit seinem Erscheinen war die Kraft des Winters gebrochen. Dementsprechend galt auch die Pflanze symbolisch als Frühlingsbringer.

Bärlauch statt Kristallkugel

Und noch ein Tipp für alle, denen in Salzburg schon mal ein Fahrrad gestohlen wurde: Wer wissen möchte, wer der Dieb war, soll sich nach einem alten Volksglauben vor dem Einschlafen ein Stück Brot und Bärlauch um den linken Arm binden. Angeblich erscheint einem so der Dieb des Drahtesels im Traum.

Rezept: Bärlauchpesto mit Kürbiskernen

Unser steirisch angehauchtes Bärlauchpesto schmeckt vorzüglich zu Pasta, als Brotaufstrich oder als Pizzabelag. Es ist ziemlich gesund, und lässt sich mehrere Wochen aufbewahren.

Zutaten für ca. 4 Portionen Pasta mit Bärlauchpesto:

  • 100 g Bärlauchblätter
  • 50 ml Kürbiskernöl (oder Olivenöl)
  • 50 g Kürbiskerne
  • 75 g geriebenen Hartkäse (z.B. Parmesan)
  • 3 EL Apfelessig
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Bärlauchblätter verlesen*, waschen und gut abtropfen lassen.
  2. Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Öl anrösten.
  3. Die Kerne mit den Bärlauchblättern im Mixer zerkleinern.
  4. Kürbiskernöl, geriebenen Käse und Apfelessig hinzugeben. Mixen bis eine cremige Konsistenz erreicht ist.
  5. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zur Aufbewahrung das Pesto in saubere und heiß gespülte Schraubdeckelgläser abfüllen, und mit Öl aufgießen, sodass es vollständig bedeckt ist. Kühl und lichtgeschützt lagern. So hält sich das Pesto bis zu 8 Wochen.

* Alles aussortieren, was ranzig oder anders als der Rest aussieht.

Bärlauchpesto mit Kürbiskernen