Weil wir wieder mal ein bisschen neugierig waren, haben wir euch gefragt, worum sich euer Pillowtalk dreht. Und nach tagelanger gewissenhafter Beobachtung und Recherche wissen wir: Die Bandbreite der Gespräche im Bett reichen von honigsüßem Gesäusel bis zu kulinarischen Gelüsten. Wir sind amused!

Maria, 28

Meistens ist es wie eine Nachbesprechung, wie es auch Profisportler nach dem Spiel machen. Man kann sich ja immer noch verbessern. Oder es kommen postkoital spontane Zuneigungsbekundungen über die Lippen.
Mit meinem Ex hab ich nach dem Sex immer über uns geredet. Da konnte ich sicher sein, dass er mir keinen Scheiß erzählt, weil er mich ja dann nicht mehr rumkriegen musste und schon befriedigt war. Und es ist nachgewiesen, dass Männer dann ehrlicher sind, drum war es immer ein guter Zeitpunkt, um Unangenehmes anzusprechen.

Ernst, 34

Hat sich die Frau richtig bemüht, mich so richtig leer gesaugt und abgemolken und somit befriedigt, schlaf ich einfach ein.

David, 20

Auch wenn gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr nicht der potentiellen Fortpflanzung dient, fühle ich mich nach dem Sex ziemlich erfüllt und auf gewisse Weise produktiv. Meist reden mein Freund und ich direkt danach nicht, sondern schauen uns mit seligem Lächeln lange in die Augen und genießen die tiefe, vollkommene Verbundenheit. Um dieses Gefühl anhalten zu lassen, gehen wir später oft hinaus auf den Balkon und malen uns bei einer Zigarette unsere gemeinsame Zukunft aus.

Wir reden darüber, wo wir mal wohnen möchten, wohin wir mal reisen möchten, streiten, wie unsere Hunde heißen werden oder bauen gemeinsam Luftschlösser– produktiv ohne Reproduktion.

Charlotte, 21

Ich habe keinen festen Freund und schlafe deshalb sehr unterschiedlich oft mir sehr unterschiedlichen Männern. Trotzdem fühle ich mich immer mit der Person verbunden, wenn man seine Körperflüssigkeiten austauscht. Vielleicht sind es aber wieder einmal nur die Hormone. Jedenfalls macht das die Unterhaltungen nach der Vögelei zu etwas sehr Intimem, wo jeder dann beginnt, ein Stück weit ehrlicher über sich zu erzählen und man etwas verspätet den anderen kennenlernt. Manchmal reicht es aber auch, den Körper des anderen in schweigendem Einvernehmen zu betrachten- oder sich in inniger Umarmung über den schmutzigen Sex zu unterhalten, den man gerade hatte.

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Franziska, 25

Der Sex und auch das Geplänkel nachher mit meinem Allerliebsten werden mit der stärker werdenden Vertrauensbasis nach mehr als einem Jahr immer abwechslungsreicher. Zusammenkuschelnd oder im Hochsommer vielleicht auch doch nur Händchenhaltend variieren die Pillowtalks, ob das jetzt gut war und es auf die Liste der besten Male schafft, oder das eine Mal damals doch besser war. Reiseziele werden erträumt, der folgende Tag wird nüchtern geplant, schwulstige Liebesschwure geleistet. Aber am intensivsten bleibt oft das gemeinsame Schweigen.

Fabian, 30

„Hast du Feuer?“. Dann rede ich nicht, ich schlafe.

Andrea, 22

Eigentlich wird nicht viel geredet, es wird höchstens ganz zwanglos ein Thema, über das man vorher geredet hatte, wieder aufgegriffen. Oder einer oder beide schlafen ein, dann hat sich das mit dem Reden eh erübrigt.

Nett find ich´s, wenn er danach etwas Nettes zu mir sagt, dass ich schön aussehe oder so, das gibt mir Bestätigung, die auch guttut.

Vor allem dann, wenn man sich noch nicht so gut kennt. Aber generell kann ich sagen, es wird meistens nicht viel geredet danach. Vielleicht weil man verlegen ist oder einfach nur zu erschöpft.

Benedikt, 23

Mein Liebesleben besteht zum Großteil aus nächtlichen Sexdates. Auch wenn ich die Männer hauptsächlich zum Spaß treffe, möchte ich sie meistens schon auch näher kennenlernen. Daher gäbe es durchaus Stoff zum Plaudern, aber nach dem Liebesakt mag ich das nicht. In der Regel bin ich danach nämlich so fertig, dass ich einfach nur daliege und die körperliche Nähe zu meinem Sexpartner weiter genieße, am liebsten auf einer muskulösen Brust als Kissen. Mit dem angenehmen Gefühl der nächtlichen Zweisamkeit und der körperlichen Erschöpfung schlafe ich dann eh schnell ein.

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Nadja, 29

Viel ist bei mir eigentlich nicht mehr los, wenn es mal vorbei ist. Im Idealfall schalt ich sofort die Netflix-Serie ein, die ich vorher pausiert habe und schau gemütlich weiter, bis ich einpenne. Kommt aber ganz auf den Mann drauf an, ob der das auch zulässt. Die schönsten Gespräche sind die, wo man sich sagt, wie schön und geil das eben war. Oder so:

Boa, hast du auch so einen Durst? Ja, voll. Ich hol mal ein Glas Wasser. Hunger hab ich auch. Ich auch. Bestellen wir was? Ja, voll gern. Und dann fernsehen? Ja, saugeil. Ende.

Es ist peinlich und unsexy. Aber so ist es eben. Und ich hoffe, ich bin nicht allein damit.

Markus, 24

Meistens zieh ich mich einfach an und geh dann gleich wieder. So in der Art war nett mit dir, bis zum nächsten Mal, wenn ich geil bin.

Tanja, 24

Oft gibt man sich nach dem Sex einfach gerne der Stille und der Gemeinsamkeit hin. Abhängig von der Art der Beziehung können sich aber auch sehr abwechslungsreiche Gespräche entwickeln, von Zukunftsplänen über „das darf aber sonst keiner mitbekommen“, bis hin zu diversen neuen Dingen, die man ja mal ausprobieren könnte. Es gibt allerdings auch Dinge, die will Frau lieber danach nicht hören: Wenn der Liebste sich mit Selbstzweifeln plagt und nachfragt, ob er auch eh gut war. Meine lieben Herren, es muss nicht immer der Orgasmus schlechthin sein, der uns das Bewusstsein raubt. Oft ist eine „seelische Befriedigung“ keinesfalls schlechter als die körperliche.

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Amber, 27

Oft sehen sich mein Freund und ich an und fangen an herzhaft zu lachen. Aber nicht, weil es so scheiße war, sondern einfach nur deswegen, weil wir nach zehn Jahren Beziehung immer noch wissen, worauf der andere abfährt.

Wir uns einfach nichts scheißen und einfach nur machen. Sich fallen lassen und gemeinsam Spaß haben. Keine falsche Scheu zu besitzen und einfach nur dreckigen, lauten und geilen Sex zu haben-da können sich Anastacia Steel und Christian Grey gerne noch ein Scheibchen abschneiden.
Als ich noch Single war sah das allerdings aus. Da habe ich meist danach die Wohnung des Kerls verlassen, oder er meine. Da wurde oft nicht geredet. Ein stillschweigendes Nicken und dreckiges Grinsen waren da meist der Lohn für getane Arbeit.

Tina, 23

Letztes Mal hat der Typ, mit dem ich was am Laufen hatte, nachher gesagt: „Du bist nicht die Einzige, mit der ich schlafe. Aber das ist okay. Jede weiß, dass sie nicht die Einzige ist.“ Dann bin ich auch relativ schnell gegangen.