Wir wollen ehrlich sein – sagt man alt, verstaubt und Österreich in einem Satz, meint man damit (leider) ziemlich oft Salzburg. Ganz abgesehen davon, dass weder klassische Musik noch wunderschöne Barock-Bauten alt und verstaubt sein müssen, gibt es aber noch andere Dinge, denen dieses Vorurteil anhaftet: Vintage-Möbel, zum Beispiel. Wir waren bei drei Vintage-Möbelläden in Salzburg und haben uns vom Gegenteil überzeugen lassen.

Es muss ja nicht immer IKEA sein: In Salzburg gibt es noch ein paar andere Orte, die bei der Wohnungseinrichtung helfen. Besonders schön sind die vielen Vintage-Möbelläden, die man überall in der Mozartstadt verteilt findet. Weil, Retro und Einzigartigkeit. Wir waren bei dreien und haben uns mal im Sortiment umgesehen.

Möblich: Wunderland am Dachboden

Kann sein, dass man auf dem Weg zu Möblich versehentlich in einer Autowerkstatt landet. Wer aber die kleine Treppe hinauf ins Möbel-Wunderland auf ersten Anhieb findet, erspart sich die verlegene Frage um den richtigen Weg (und die Antwort des Auto-Typen, der das jetzt schon hundert anderen auf der Jagd nach Vintage-Schätzen erklären musste) und landet dafür direkt im Vintage-Wunderland: Hier findet man restaurierte Schätze, einzigartige Designer-Objekte, moderne Kunst und natürlich Sessel, Sofas und Tische. Das Angebot wechselt – wer also zum Beispiel eine alte Schubkarre, umfunktioniert zum edlen Couchtisch, sucht, muss schnell sein. Oder öfter vorbei schauen, wer weiß, was noch so eintrudelt.

Als besonderes Schmankerl kann man bei Möblich übrigens sein altes Geschirr, Teller, Tassen und Schüsseln vorbeibringen. Wenige Tage später bekommt man es wieder zurück – als schickes Etagère.

Jetlag: zum Stöbern in der Altstadt

Tiefer in der Salzburger Altstadt ist man nur, wenn man zu den Mönchsberghöhlen klettert: Fast direkt unter der Festung, in der Herrengasse, liegt das Jetlag. Hier findet man vor allem feinste Vintage-Beleuchtung und schöne Möbel aus den 50ern bis 70ern. Oben drauf gibt es zwei Extras – das hauseigene Café versorgt Vintage Lovers mit heißen Getränken beim Stöbern und die kleine Vinyl-Ecke sorgt für die musikalische Untermalung. Hier kann man sich auch ein paar Platten mit nach Hause nehmen. Übrigens: Nicht alles, was auf Platte ist, ist alt – auch New Releases werden im Jetlag vertrieben. Reinhören lohnt sich.

Spezialtipp für Selbermacher: Die WABE

Für alle, die bei Vintage-Möbeln gerne selbst Hand anlegen, ist die WABE in Itzling ein wahres Paradies. Dabei handelt es sich um ein Sozialprojekt, das Menschen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht. Die WABE kümmert sich um Übersiedlungen und das Ausräumen von Wohnungen. Jene Möbel, die dabei überbleiben, kann man im Hauptquartier in Itzling um günstiges Geld kaufen. In der WABE werdet ihr haufenweise Ramsch finden, aber auch einige Rohdiamanten, die ihr mit ein bisschen Handarbeit zu echt geilen Möbeln aufpimpen könnt. Mehr zur WABE findet ihr in diesem Artikel.

Wohnkram: Möbel und, na ja, Wohnkram eben

Einen passenderen Namen findet man selten, denn im Wohnkram gibt es ganz einfach Kram, den man so zum Wohnen braucht. Auf wunderschönen Vintage-Möbeln, die direkt im Haus restauriert und so schön hergerichtet werden, dass man sich beim Anschauen ganz fest vornimmt, niemals wieder auf Mobiliar aus der Massenproduktion zurück zu greifen, stehen hier viele kleine Tassen, Schneidbretter, Vasen und nach was sich das Deko-Herz sonst noch so dringend sehnt.

Im Nebenzimmer werden außerdem Stoffe verkauft, die DIY-Fan-Herzen zum Hüpfen bringen. Wer selbst nicht so gerne näht, kann sich aus auch direkt im Geschäft einen der Stoffbeutel, Kissenbezüge oder Passhüllen aussuchen – oder individualisiert bestellen.

Bei so viel schönem Vintage-Zeugs fällt die Entscheidung schwer. Da hilft es leider auch überhaupt nicht, dass im Oktober ein weiterer Laden seine Türen öffnet: Das Shabby Chic in Maxglan bekommt einen neuen Eigentümer und wird einmal grundüberholt. Für uns steht also fest: Im Oktober geht es weiter mit der Jagd nach der perfekten Vintage-Einrichtung…