Wir erinnern uns: Vor fast genau einem Jahr ist ein Ausnahmezustand relativ schnell zum Normalzustand geworden: Im September 2015 sind Flüchtlinge per Zug am Salzburger Hauptbahnhof angekommen, um hier auf die Weiterfahrt nach Deutschland zu warten oder in Salzburg um Asyl anzusuchen. Eine, die ganz vorn dabei war und sich gemeinsam mit vielen anderen freiwilligen Helfern um die ankommenden Flüchtlinge gekümmert hat, war Anna Schiester, Gründerin der Facebook-Seite: „Flüchtlinge – Willkommen in Salzburg“. Im Standard ist kürzlich ein Artikel über Annas Einsatz vor einem Jahr erschienen. Wir haben uns die Kommentare zum Artikel angesehen und sie typisiert.

Der Christliche:

Da hat wohl jemand ein bisschen zu viel Zeit mit der Taschenlampe unter der Decke beim Bibellesen verbracht. Und beim geringen Lichteinfall übersehen, dass das Dekontextualisieren von Zitaten manchmal zu Blödsinn führen kann. Den Standard-Forum-Schafen war es immerhin 34 grüne Stricherl wert. Kommentar 1

Der Lockvogel:

Ganz klar, wenn man am Salzburger Hauptbahnhof Windel für Babies verteilt oder Wasser für durstige Menschen in überladenen Zugabteilungen verschenkt, zieht diese sexy Situation ganz viele andere Menschen aus allen Erdteilen an. Sollte man sich also vorher überlegen, welchen Köder man legt.

Kommentar 2

Und „gelöckt“ wurde dann auch noch. Das muss man sich mal vorstellen.

Kommentar 3

Der Wahrsager:

Da hat es einer wirklich verstanden. Wir sind übrigens auch der Meinung, dass Anna und alle freiwilligen Helfer in Salzburg daran schuld sind, dass „unser“ Kulturkreis untergeht. Gut, dass es einer ausspricht. 41 grüne Stricherl. Bam!

Kommentar 4

Die Selbstlose

Gottseidank gibt es in Österreich noch Menschen, die ausschließlich an die anderen denken. Die Verfasserin des untenstehenden Posting macht sich vor allem darüber Sorgen, ob wir genug Züge für den Nahverkehr haben. Die Flüchtlinge haben ihr aber einen Strich durch die Rechnung gemacht – wegen ihnen gibt’s mehr Security und weniger Züge. Blöd. 25 Stricherl.

Kommentar 5

Der Finanzreferent:

Geld ist zentral in der Flüchtlingsdiskussion. Das war damals so und ist offenbar auch heute noch gleich. Die Userin bringts auf den Punkt: Der Mittelstand arbeitet den ganzen Tag, damit sich andere Leute das Hobby „Flucht“ leisten können. So viel Durchblick verdient 10 Stricherl.

Kommentar 6

Der Aufklärer:

Vor allem im geschrieben Wort ist es oft ganz schwierig, zwischen den Zeilen zu lesen. Im Standard-Forum gibt es da einen selbsternannten Beauftragten, der für alle klar stellt, sollte es sich um eine figurative speech handeln. Wichtig und notwendig, der Herr Doktor.

Kommentar 7

Die Bildungsberater:

Anna Schiester kann gut Internet surfen. Das sagt auch der User unten.

Kommentar 8

Noch einer, der wahrscheinlich HR-Manager ist und sich Sorgen um die berufliche Zukunft der Helfer macht, die jetzt keine Flüchtlinge mehr zu betreuen habe.

Kommentar 15

Der heimliche Landesschützer:

Da gibt es eine dringende Handlungsempfehlung seitens „Alfred Hauser“. Es wurde durch das freiwillige Helfen offenbar der Landesfriedensbruch herbeigeführt. Oje, oje.

Kommentar 9

Der Schlapfengegner:

Obwohl alle Fashion-Blogger was anderes sagen: Birkenstock ist offenbar das Equivalent zu Gutmensch. Aber ein bisschen stolz darf man schon sein, wenn man im Fernsehen war. Sehen 45 Grünstrichler anders.

Kommentar 10

Der, der es wieder mal nicht kapiert hat…

Es gibt ja immer einen, der nicht kapiert, worum es gerade geht. Alle stehen am Salzburger Bahnhof und freuen sich, dass viele Menschen in Sicherheit sind. Und einer steht daneben und klatscht, als Ungarn die Grenzen dicht macht. Information ist auch eine Holschuld, mein Lieber.

Kommentar 11

Der Logistiker:

Einer, der gottseidank mitdenkt, merkt an, dass uns vielleicht das Essen ausgehen könnte, wenn die Millionen von Moslems auf einmal da stehen. Wie wär’s mit einer Runde Heidelbeerkönigtatscherl für alle?

Kommentar 12

Der echte Gutmensch:

Mimimi – ich spende 8% von meinem Sozialarbeitereinkommen und kann deswegen nicht auf Urlaub fahren. Mimimi.

Kommentar 13

Der Einzelkämpfer:

Teilen mag er nicht, andere können das aber schon. Verständlich. Jedem seine Meinung, wir sind in einem liberalen Land. Vielleicht können wir alle zusammenhelfen, um „zu Hause“ einen gscheid hohen Zaun hinzustellen. Dann muss er sich nicht mehr vor den Nachbarn fürchten.

Kommentar 14Wir finden, dass die Helferinnen und Helfer einen ganz tollen Job gemacht haben und immer noch machen.
In diesem Sinne schließen wir uns diesem User an:

Kommentar 16