Manchmal passiert es fast unbemerkt und dann wieder macht es so laut „Klick“, dass wir uns noch Jahre später daran erinnern. Wir haben herumgefragt, welche Erfahrungen unsere fellow Salzburger mit dem Verlieben gemacht haben. So war das bei …

Lena, 25

Es war die erste große Liebe! Mit 15 hat’s begonnen, mit 18 aufgehört! Er ist immer wieder ausghatscht, ich hab ihm immer wieder verziehen! Zumindest so halb… Ich hab angefangen ein bisschen zu klammern aus Unsicherheit, aus Liebe und aus Liebe zu einer Beziehung, die mir damals schon sehr erwachsen schien. Ich war abhängig! Richtig süchtig! Er hat mir eingeredet ich sei krankhaft eifersüchtig, es sei nichts mit den verdächtigen Mädels gelaufen – später stellte sich raus, dass da doch mit einigen was war. Ich hab am Schluss meinem Bauchgefühl nicht mehr getraut, was eigentlich das Schlimmste war!

Schlussgemacht hat er in einer Bar, nicht daheim beim vorergehenden Streit der vorm Versöhnungssex mit den Worten „Siehst du das Mädchen dahinten? Wir hatten schon oft Sex. Wir sind jetzt zusammen! Hol deinen Krempel morgen bei mir ab!“ Ich hab ewig gebraucht um damit klar zu kommen! Heute geht’s, aber wir sprechen nicht mehr miteinander! Auf Facebook sieht man ab und zu ein Foto, dann muss ich immer lachen, weil er alt und haarlos wird!

Nelly, 25

Es passierte wie aus dem nichts. Schon nach dem ersten Treffen hatte sich meine Welt komplett verändert.
Ich merkte, dass die Sinne schärfer sind. Die Gerüche nahm ich viel intensiver wahr. Ich hatte plötzliche eine viel dünnere Haut. Ich fühlte mich besser. Die Farben sind viel bunter und schöner gewesen. Alles hat eine viel größere Intensität bekommen. Das erste mal als ich sein Zimmer betreten habe, hatte ich nur einen Gedanken: „Was mache ich hier eigentlich?!“ Schließlich war ich eigentlich noch vergeben. Wir lagen gemeinsam auf seinem Bett und schauten uns Musikvideos an. Mit einem Meter Abstand. Es gab eine gewaltige Anziehungskraft zwischen uns. Die es heute noch immer gibt. Mir wurde plötzlich klar, dass ich mit meinem Freund nicht mehr zusammen sein wollte. Weil meine Gedanken nur mehr an den gutaussehenden Mann kreisten mit dem ich Lasagne kochte und Musikvideos schaute. In dem Moment als er meine Hand zufällig berührte blieb die Welt plötzlich rundherum stehen und alles änderte sich!

Lorenz, 32

Ich war siebzehn und ziemlich schüchtern. Sie war ein Jahr älter und als Austauschschülerin aus Italien ein Jahr in Salzburg. So ein Leben weit weg von zu Hause schien mir wie die große Freiheit! Beim Fortgehen haben wir öfter mit einander über Musik, Drogen und unsere Lieblingsbücher geredet. Es fühlte sich alles richtig erwachsen an, aber ich war viel zu schüchtern, um mit ihr zu flirten. Irgendwann hab ich sie gefragt, ob ich ihr den coolsten Ort in Salzburg zeigen soll. Wir sind dann mit dem Rad zu dem kleinen Tierpark in Leopoldskron gefahren. Da gab es einen Hochstand, auf dem ich damals immer mit Freunden gekifft habe. Als wir rein wollten, haben die Gänse so laut zu schreien begonnen, dass wir davongelaufen sind. Wir sind in ihr Studentenheim und sie hat gefragt, ob sie für mich kochen soll: Es gab vertrocknetes Schwarzbrot und Himbeereis. Als ich heim ging, dämmerte es grad am Horizont und ich war schwer verliebt! Wir waren dann drei Jahre zusammen, sind gemeinsam erwachsen geworden, haben uns irgendwann getrennt und sind heute noch lose befreundet – auch wenn wir uns fast nie sehen. Sie hat mittlerweile ein Kind und ich freue mich, dass es ihr gut geht.

Anna, 28

Ich lernte meinen Partner über eine Datingplattform kennen. Nicht grade romantisch, aber es machte „Klick“ und wir waren Hals über Kopf ineinander verliebt. Dass ich ihn liebte, wusste ich, als ich vor ein paar Jahren eine sehr schlimme Depression hatte. Ich weinte jeden Tag mehrmals, sprach davon, dass ich nicht mehr leben möchte und war eigentlich nur negativ. Jeder x-Beliebige hätte mich in dieser Zeit verlassen, er aber nicht. In der Zeit wo meine Familie für mich hätte da sein sollen, war er meine Familie. Meine Depression habe ich Gott sei Dank überwunden. Er war meine Medizin. Ich bin so dankbar dafür, einen so lieben Menschen gefunden zu haben. Das schönste Geschenk unserer Liebe wird in ein paar Wochen unsere Tochter sein.

Nana, 26

Ich weiß noch ganz genau, wann es KLICK gemacht hat. Wir kannten uns damals schon vier Jahre lang. Vier Jahre, in denen es ständig gekribbelt hat, in denen sich nie wer getraut hat, einen Schritt nach vorne zu wagen, aber auch niemand einen Schritt zurück machen wollte. Freundschaft mit Herzflattern und roten Wangen und viel Herumstotterei beim Versuch zu Flirten und doch cool zu bleiben, sozusagen.

Ich war im zweiten Semester meines Studiums, ein Stadt-Küken, das sich noch immer als Landei fühlte. Und als Landei braucht man für gewisse Dinge einfach länger. Ja, mei. Jedenfalls war es der Abend vor meiner Lateinprüfung, die man nun mal machen muss, um studieren zu dürfen, was man studieren will, auch wenn man danach nie wieder auch nur ein Wort davon braucht. Kurz: Ich war am Ende. Fix und Foxy mit meinen Nerven und bin wie ein Gummiball mit dem Latein-Übungsbuch in meinem Studentenzimmerchen auf- und abgesprungen. Ich war sicher, dass ich die Prüfung vollkommen versemmeln würde. Ich bin ein grausliches Streberlein mit leichtem Hang zum Perfektionismus und die Tatsache, dass ich keine Ahnung hatte, was Cäsar in meinem Übungstext da brabbelte, setzte mir echt schwer zu.

Er kam am Abend noch vorbei, ich war noch immer im nervösen Gummiball-Modus und hab ein Stoßgebet nach dem anderen geschickt, es möge BLING machen, und ich hätte eine E-Mail in meinem Postfach, in dem mir mitgeteilt würde, dass der Hund der Nachbarin meines Lateinprofs die Klausur gemampft hätte und sie deshalb leider nicht stattfinden könnte. Der Hund tat mir den Gefallen leider nicht.

Er war ganz gelassen. Hat mir das Lateinbuch aus der Hand genommen, es beiseite gelegt, mich geschnappt und gemeint: „Wenn du’s JETZT noch nicht kannst, nützt dir die Paukerei auch nichts mehr.“ Tjoa. Wir sind dann – es war ungefähr Mitternacht – zum Waldbad spaziert und baden gegangen. Es war saukalt und sauschön. Und ich hab nicht einen Gedanken an Cäsar und Karthago verschwendet.

Schlussendlich sind fast alle bei dieser Prüfung phänomenal durchgerasselt. Ich hab – Deo gratias – eine 2 bekommen. Und bin seit mittlerweile sieben Jahren mit ihm zusammen.

Und wie war das bei dir? Neues Thema:

Als ich zum ersten Mal Rassismus am eigenen Leib erfahren habe.

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