Wir haben ja schon immer eine Schwäche für alles gehabt, das nostalgisch auf unsere Heimatberge hinauftuckert. Egal ob FestungsBahn in Salzburg oder Zwölferhorn-Seilbahn in St. Gilgen: Solange wir uns beim Bergsteigen selber nicht bewegen müssen, tragen wir Herzerl in den Augen.

Gerade recht kommt uns da natürlich die SchafbergBahn, über die wir als „echte“ Salzburger schon ganz viele Geschichten gehört, sie aber noch nie von innen gesehen haben. Müssen wir nachholen!

Die SchafbergBahn in St. Wolfgang

Die Mission: Bergsteigen ohne Anstrengung.

Weil wir aus der Stadt prinzipiell ohne Auto fliehen, beginnt unsere Reise – wie jede gute Reise – am Mirabellplatz, quasi Salzburg Central Station. Mit der Linie 150 zischen wir bis St.Gilgen. Dort steigen wir aufs Boottaxi um. Die WolfgangseeSchifffahrt bringt uns am Wasserweg nach St.Wolfgang. Für alle, die es etwas eiliger haben: Mit dem Auto fährt man von Salzburg ca. 45 Minuten bis zur Talstation der SchafbergBahn, verpasst aber den gesamten Wasserspaß. Zum Checken, wann wie wo welcher Bus/Zug/Boot fährt, schaut man online beim Salzburg Verkehr nach.

Oh mein Gott, die SchafbergBahn ist so putzig

In der SchafbergBahn schlägt unser Nostalgieherz Purzelbäume. Holzbänke, kleine Polster, um unseren Allerwertesten beim „Aufstieg“ zu schonen und ganz viele Fenster zum Rausschauen. Pro Erwachsenem zahlt man 34 Euro für Berg- und Talfahrt.

Aber: Uns ist nichts zu teuer, um ohne einen Schritt vor den anderen gesetzt zu haben, auf den Berg zu kommen. Und die SchafbergBahn bietet dabei einen Ausblick, der selbst uns „Bergfexen“ zum Staunen bringt. Außerdem dauert die Fahrt eine gute halbe Stunde – man bekommt also richtig viel Zeit in der Nostalgiebahn für sein Geld.

Der Gipfel liegt noch in den Wolken und in unseren dünnen Städter-Bluserln friert es uns ein wenig.

Auf über 1.700 Metern angekommen schaut die Wetterwelt ein wenig anders aus. Der Gipfel liegt noch in den Wolken und in unseren dünnen Städter-Bluserln friert es uns ein wenig. Das ist aber nicht weiter schlimm, die Wolken verziehen sich gleich nach unserer Ankunft und geben ein herrliches Panorama frei, das jeden Sissi-Film locker in den Schatten stellt. Wer hier ein gutes Foto von Bergen & Seen machen will, braucht eigentlich nur die Kamera in die Luft zu halten und
abzudrücken.

Eine Reise in die Vergangenheit

Als wir dann mit dem Staunen fertig sind, denken wir uns: Wenn wir schon oben sind, gemma auch gleich auf eine g’scheide Kaspressknödlsuppe im Berghotel Schafbergspitze. Ganz zur Nostalgiebahn passend, scheint auch hier die Zeit irgendwann in den 70er-Jahren stehen geblieben zu sein: Es erwartet euch unter anderem eine Telefonzelle (!), ein Zitter-Spieler und ordentliche Hausmannskost. Das haben wir uns wirklich verdient!

Tipps für die Fahrt mit der SchafbergBahn:

#1: Eine Überziehjacke mitnehmen

Am Berg geht es ganz schön zugig zu. Und wenn man am Bahnsteig ein wenig auf die Talfahrt warten muss, herrscht ganz schnell Erkältungsgefahr.

#2: Reservieren

Nicht vergessen, einen Platz für die Talfahrt beim Schalter am Berg zu reservieren. Oft ist die Bahn bei der Talfahrt nämlich voll und ohne Platzkarte müsst ihr hoffen, dass ihr mitkommt.

#3: Zeit mitbringen

Ein Ausflug an den wohl schönsten See im Lande ist keine Husch-Husch-Aktion. Um den Lärm der Stadt hinter sich zu lassen, braucht es Zeit. Nehmt euch ruhig den ganzen Tag. Es zahlt sich aus!

#4: Jahreskarte andenken

Wer sich gerne und oft auf die Salzburger Berge fahren lässt und auch sonst recht viel unterwegs ist, kann andenken, eine Jahreskarte für das gesamte Bundesland zu kaufen. Die ist günstiger als jeden Tag aufs Neue ein Ticket zu ergattern und zahlt sich doppelt aus: Zu jeder Jahreskarte gibt es einmal im Jahr das Jahreskarten-Bonusheft zugesendet – inkl. Rabatten und guten Angeboten.

#5: Den See genießen

Wenn man in St.Wolfgang ist, dann sollte man noch ein wenig bleiben.Wer wieder im Tal angekommen ist, steigt – sofern nicht schon bei der Anreise geschehen – aufs Wasser um: Mit der WolfgangseeSchifffahrt schippert man seit 1873 über den See. Dabei kann man an sieben Stellen zu- und aussteigen. Eine Fahrt von St.Gilgen bis Strobl dauert gute eineinhalb Stunden.

 

*Dieser Artikel ist für eine Printbeilage der Salzburg Nachrichten in Zusammenarbeit mit dem Salzburg Verkehr entstanden. Danke für die Möglichkeit, zuerst in die Vergangenheit und dann Back to the Future zu reisen.