Die junge Salzburgerin Lisa Geretsegger wollte etwas für Flüchtlinge tun und hat kurzerhand ein ziemlich cooles Taschenlabel gegründet, dessen Einnahmen samt und sonders der Flüchtlingshilfe zugutekommen. Wir haben die junge Kreative in ihrer Werkstatt besucht und mit ihr über das Projekt „Reisefäden“ geredet.

reisefaeden_lisa_geretsegger-1Als Mitte letzten Jahres tausende Flüchtlinge in Salzburg ankamen, wollte auch Lisa Geretsegger etwas tun, um zu helfen. Erst brachte sie wie viele andere Kleidung und Lebensmittel zum Bahnhof und half in langen Schichten als Freiwillige. Als es dann in der Schule um die Wahl eines Maturaprojekts ging, hatte sie eine Idee: Sie rief ein Taschenlabel ins Leben, dessen Einnahmen der Flüchtlingshilfe zu Gute kommen sollten. Lisa gestaltete das Logo, designte und nähte die Taschen, Beutel und Gymbags.

„Ich wollte mit meinen eigenen Fähigkeiten einen Beitrag leisten“

„Ich wollte zur Matura nicht einfach ein x-beliebiges Logo für irgendeine Firma machen, sondern etwas gestalten, das wirklich Sinn hat“, erklärt uns Lisa bei unserem Besuch in ihrer Wohnung/Werkstatt. Und ich wollte mit dem, was ich kann und was ich gelernt habe, einen Beitrag leisten.“ Ein paar Monate später war das Label namens Reisefäden geboren.

Präsentiert und verkauft werden die Taschen zum ersten Mal am 14. Mai im Jazzit. Aus der ursprünglich klein angelegten Vernissage ist mittlerweile ein Mini-Festival geworden – mit einem Line-Up, bei dem so mancher Salzburger Veranstalter vor Neid erblassen würde. Am Start sind zum Beispiel Jay Cooper mit seiner neuen EP, Black Lotus Experiment und ein hochkarätiger Überraschungsact aus Salzburg, der es wirklich in sich hat. Die Künstler verzichten übrigens auf ihre Gage. Der Erlös aus den Eintrittskarten und aus dem Taschenverkauf geht an die Flüchtlingshilfe der Caritas Salzburg.

Tickets für den Abend gibt es ab Anfang Mai im Jazzit und in allen Salzburger carla-Läden. Um die Kosten für den Saaldienst und die Tontechnik zu decken, ist Lisa übrigens noch auf der Suche nach Sponsoren für das Konzert. Je mehr Reingewinn bleibt, desto mehr kann sie der Flüchtlingshilfe der Caritas spenden. Mindestens 3.000 Euro sollen es werden. Nicht schlecht für eine 20-Jährige, der außer Kreativität und einer Nähmaschine keinerlei Ressourcen zur Verfügung stehen.