Wir erinnern uns: Noch vor einigen Jahren war Gin aus dem Supermarktregal die beste – weil billigste – Möglichkeit, am Freitagabend beim Vorglühen den Alkoholpegel in die Höhe zu schrauben. Diese Zeiten sind vorbei, denn mit einiger Verspätung ist der Hype um den Wacholderschnaps nun auch in Salzburg angekommen. Gin gibt es in allen Geschmacksrichtungen und um seinen Konsum ist eine regelrechte Wissenschaft entstanden. Wo ihr dieser in Salzburg fröhnen könnt, erfahrt ihr hier.

Bevor wir starten etwas Klugscheißerwissen: Was ist Gin?

Der Begriff Gin stammt vom lateinischen Wort Juniperus, also vom botanischen Namen für Wacholder. Eben dieser verleiht dem Gin seinen charakteristischen Geschmack. Je nach Marke kommen außerdem bis zu 120 andere „Botanicals“ in den Gin, zum Beispiel Ingwer, Koriander oder Orangenschalen. Im 18. Jahrhundert war billiger Gin in England übrigens so verbreitet, dass es zu einer regelrechten Epedemie kam, weil weite Teile der Bevölkerung in den Elendsvierteln an der Flasche hingen.Eine Flasche Tonic Water

Der Ton(ic) macht die Musik

Die beliebteste Variante des Getränks ist nach wie vor Gin Tonic. Das Lieblingsgetränk der Queen Mum soll in den Kolonien des British Empire seinen Ursprung haben. Das im Tonic enthaltene Chinin wurde nämlich als Malariaschutz für die Soldaten eingesetzt. In Kombination mit Gin fand es bald auch in Europa Anklang. Mit dem Gin-Hype erlebt nun  auch das Tonic Water einen zweiten Frühling. Neben dem bekannten Schweppes gibt es mitlerweile viele Varianten wie zum Beispiel Fentimans, Thomas Henry oder Fever-Tree. Ein guter Barkeeper weiß, welches Tonic zu welchem Gin passt und sorgt dafür, dass keine Mischung wie die andere schmeckt. Genug Hintergrundwissen? Dann ab in die Praxis.

Little Grain

Wer in Salzburg auf der Suche nach einer richtigen American Bar à la „Mad Men“ ist, der sollte ins Little Grain in der Getreidegasse 34 im Innenhof des Sternbräus gehen. In schummriger Atmosphäre wird man hier von Barkeepern bedient, die weit mehr drauf haben, als Getränke zusammenzuschütten. Hier sind Cocktails eine Philosophie und wenn man nachfragt, was nun einen Tanqueray No. Ten von einem Beefeater 24 unterscheidet, dann kann die Erklärung schon einmal 10 Minuten dauern. So viel Leidenschaft für gute Getränke hat natürlich ihren Preis, deshalb legt man hier für ein Glas Gin Tonic schon mal 10 Euro ab.

Dinner Bar im Elefant

Mad Men-Atmosphäre bietet auch die Dinner Bar im Keller des Hotel Elefant (Sigmund-Haffner-Gasse 4). Angeboten werden 13 verschiedene Ginsorten. Auch hier sollte man vielleicht nicht herkommen, wenn das Konto-Minus am Monatsende schon dreistellig wird. Für einen Abend mit den Schwiegereltern eignet sich die Bar aber ganz hervorragend und ups … die Bankomatkarte haben wir blöderweise zu Hause vergessen.

Imlauer Sky Bar

Wem nach drei Stationen immer noch nach Wacholderschnaps ist, der sollte dringend in der Imlauer Sky Bar in der Rainerstraße 6 vorbeischauen. Barchef Harry Schmitt macht seinen Job aus Leidenschaft und berät fachmännisch wenn es darum geht, welches Tonic in euren Plymouth Sloe Gin reindarf – oder ob ihr vorm Umkippen doch besser bei einem Bier ausnüchtern solltet.