Am 29. Mai präsentieren Blank Manuskript ihr neues Album „The Waiting Soldier“ in der ARGE und man darf sich auf einen Abend freuen, auf den das Attribut „Gesamtkunstwerk“ zutrifft. Wir waren mit den Band-Gründern Alfons Wohlmuth und Dominik Wallner im Bett.

Habt ihr Groupies?
(beide lachen) Alfons: Ja klar, mehrere 50-jährige, die viel trinken und auf gute Musik stehen. Im Ernst, ich glaube, dass wir in Salzburg eine Rockband sind, die eher musikbegeistertes Publikum anspricht. Wir sind aber natürlich offen für alles!

Na dann … habt ihr schon mal mit einem Groupie geschlafen?
Dominik: Nein, das wäre kontraproduktiv. Wenn wir mal mit jemandem geschlafen haben, kommen die nämlich in der Regel nicht mehr zu unseren Konzerten. Unsere Exfreundinnen sucht man zum Beispiel verzweifelt im Publikum.

Ihr habt gerade ein neues Album aufgenommen, das sich von der ersten bis zur letzten Nummer einem Thema widmet. Worum geht es da? 
Alfons: Das Album heißt „The Waiting Soldier“. Es geht um einen Mann, der nach Sinn in seinem Leben sucht und diesen Sinn im „Soldat-sein“ findet. Was gerade deshalb erstaunlich ist, weil Soldaten in unserem friedlichen österreichischen Alltag ja keine wichtige Rolle mehr spielen. Das interessiert uns: Wie findet ein Mensch für sich selbst einen Platz in der Gesellschaft?

Klingt nach einem politischen Thema …
Dominik: Wir haben das gar nicht politisch interpretiert. Wenn wir jetzt davon erzählen, denken viele an junge Männer aus Europa, die sich für den islamischen Staat rekrutieren lassen. Das war damals nicht abzusehen und auch nicht unser Ziel. Es ist aber interessant, dass sich hier neue Deutungen auftun.

Wieviele schlaflose Nächte hat euch das Album bereitet?
Alfons: Unendlich viele! Vor allem die Inszenierung ist eine Wahnsinnsarbeit. Und bei der Präsentation am Freitag in der ARGE wird man auch verstehen, was ich damit meine. Wir mussten Windmaschinen bestellen, Röhrenglocken organisieren und zehn Musiker koordinieren – das ist ein irrer Aufwand. Aber es lohnt sich!

„Die Produktion ist so aufwendig, wie die einer Oper.“

Das klingt so, als bräuchtet ihr schon fast einen Regisseur?
Dominik:
Die Show ist ein essentieller Teil bei uns. Es geht uns aber nicht um Effekte – wir sind ja kein Zirkus! Es geht darum, dass wir die Aussage der Musik durch die Inszenierung noch weiter verdichten. Unsere Bühnenbildner und Maskenbildner bauen das musikalische Konzept, das wir vorgeben in ihre Arbeit ein. Zum Beispiel haben wir einen Song, bei dem geht es ums Drachensteigen. Die Bühnenbildner haben sich dafür ein Motiv mit Windrädern überlegt. Jetzt haben wir 1.000 Windräder auf der Bühne.

„Ich würde gerne mit Robert Fripp ins Bett. Aber die Nacht würde wahrscheinlich keiner von uns beiden überleben.“ Dominik

Ihr geltet ja als DAS Aushängeschild Österreichs im Artrock. Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, dass ihr international bekannter seid als in Salzburg. Stört euch das?
Dominik:
Irgendwann hat uns jemand ein Label verpasst und gesagt: „Das sind die jungen Pink Floyd“. Natürlich ehrt uns sowas, aber zugleich schadet es uns auch, weil es uns in eine Schublade einsperrt, in die wir nicht gehören. Wir passen nicht in Schubladen! Und es ist noch nie vorgekommen, dass jemand nach einem Konzert über unsere Musik gesagt hat: „Das kann man nicht hören, das nervt mich!“

Blank Manuskript vereint bei seinen Shows eine große Anzahl an Künstlern und Musikern. Was ist der Antrieb für sie, mitzumachen?
Dominik:
Musiker werden heute in viele Kästen eingesperrt, ganz egal ob dieser Kasten jetzt Rock, Jazz oder Klassik heißt. Da denkst du dir irgendwann: „Scheiße, ich will wieder mal etwas machen, das mich interessiert und herausfordert!“ Bei uns können die Musiker und Künstler aus ihrem Kastl ausbrechen. Ich glaube, das reizt sie.

Warum sollte man am Freitag unbedingt kommen?
Alfons: Ganz einfach: Weil man in Salzburg etwas Derartiges einfach noch nicht gesehen hat.