„Stört es dich, wenn im Sommer so viele Touristen herumrennen und du keine Ruhe hast?“ – „Warum ruhst du dich auf deinem guten Ruf aus?“ Beinahe vorwurfsvoll löchern die Salzburger ihre Heimatstadt bei Frag deine Stadt, einem Projekt des Künstlerkollektivs mark. Hier trifft der neugierige Blick fünf deutscher Künstlerinnen auf den ungeschönten Blick von innen: Frei von Klischees spähen die Salzburger hinter die Fassade ihrer Stadt.

Mehr als 200 Fragen sammelte das Quintett von Juni bis November 2014. Viele drehen sich um ganz konkrete Probleme – die Verkehrssituation, der Umgang mit Armut. „Wenn man um das Bescheid weiß, was die Bewohner der Stadt wirklich umtreibt, achtet man auf ganz andere Dinge, als wenn man auf einem Wochenendtrip Dom, Festung und Mozarts Geburtshaus abklappert.“

Das Resultat ist eine Plakatserie, die einerseits bei periscope ausgestellt wird, andererseits in den öffentlichen Raum hinausgetragen wird – und gut ankommt. „Da müssen wir gleich eine ganze Wand freimachen“, heißt es beim gemeinnützigen Altwarenhändler Wabe, wo im Sommer Postkarten verteilt und Fragen eingesammelt worden waren und letztere nun in Printform zurückgebracht werden.

„Durch die Fragen sehe ich die Stadt mit anderen Augen“

erklärt ein Teil von mark, der zur Ausstellungseröffnung zum ersten Mal hier ist, beim Kaffee in der Bäckerei Anton Kaufmann in Itzling, ein geselliger Ort, wie es nicht mehr viele gibt. Ein mögliches Ziel sei, die Fragerunde auf andere Städte auszudehnen: „Man kann das natürlich nicht empirisch vergleichen, aber wir sind gespannt, ob sich so etwas wie ein Fingerabdruck abzeichnet.“